Gartenentrée Renaissance-Schloss
Ausstellungskonzept Innenarchitektur
Ausstattung Gartenentrée
Renaissance-Schloss Kannawurf
Kindelbrück Kannawurf Thüringen
2025
Aktuelle Baustelle
Für das Gartenentrée am Renaissance-Schloss im nordthüringischen Kannawurf haben wir ein Ausstellungskonzept entwickelt, das die Ideen und Biographien zweier Persönlichkeiten aus der Renaissance beleuchtet, nach deren Vorbild der heutige Garten in Kannawurf entstand: Der damalige Naumburger Stadtapotheker Caspar Ratzenberger und sein Zeitgenosse Johann Peschel, Pfarrer und Gartengestalter. Peschel ist Autor eines der weltweit ältesten praktischen Bücher zur Gartengestaltung und seine „Garten-Ordnung“ liefert Hinweise, das der Schlossgarten in Kannawurf nach seinem Vorbild gestaltet war.
Ratzenberger führte ein bis heute erhaltenes Herbarium, dass die lokale Pflanzenwelt der Renaissance nachvollziehen lässt und dessen Wissen in die heutige Bepflanzung eingeflossen ist.
Der Garten, der jährlich tausende BesucherInnen anzieht, ist heute einer der letzten Orte, der die Ideen der Gartengestaltung aus der Renaissance nach Johann Peschel praktisch umsetzt.
Das neue Gartenentrée leitet den Weg in den Garten und informiert über Geschichte und Entstehung des heutigen Gartens. Die Ausstellung ermutigt zur Reflexion der gegenwärtigen Kultur-Landschaft und lädt zum Engagement ein. Die Ausstellung bietet ganz im Geiste des Kulturortes Schloss Kannawurf Raum für Partizipation, Inspiration und Sinneserfahrungen.
Die Möblierung animiert dazu, eigene Entdeckungen zu machen - die Ausstellungsmöbel können von den BesucherInnen geöffnet, betastet und untersucht werden.
Eine Besonderheit des Ausstellungskonzeptes ist, dass es die Entstehungsgeschichte des angrenzenden rekonstruierten Renaissancegartens vermittelt, ohne auf die Originalausgabe Johann Peschels „Gartenordnung“ und die Herbarien Ratzenbergers zurückgreifen zu können.
Entsprechend dieser Idee ist das Foyer der hypothetischen Arbeitssituation Peschels und Ratzenbergers geplant. Die BesucherInnen betreten den Raum und der Blick fällt unmittelbar auf den gegenüberliegenden Wandschrank. Dessen Gestaltung ist inspiriert von einem kleinen originalen, der Zeit der Renaissance zuzuordnenden Apothekerschrank. Dieser wird mittig in den modernen Wandschrank eingebaut, der damit zu einer Bühne oder Rahmung wird.