Fischerhaus und Stall mit neuem Verbindungstrakt
Ausführung Beratung Bauleitung
Kernsanierungen und Neubau Verbindungstrakt in Holzständerbauweise
Werder (Havel) Historische Inselstadt
Ensembleschutz Gestaltungssatzung
2020-23
Das Haus und der zur Ferienwohnung ausgebaute Stall waren bewohnt, bei der Übernahme oberflächlich renoviert und die Baumängel wie so oft durch moderne Innenausbauten überdeckt, nicht sichtbar.
Nach Projektstart wurde das historische Ziegelmauerwerk zuerst von allen Putzschichten innen und auch außen befreit, alle nicht fachgerechten Ausbauten und die gesamte Haustechnik entfernt. Die Dachstühle erwiesen sich als schadstoffbelastet und für die geplanten neuen verschiedenen Gauben im zukünftig ausgebauten Obergeschoss unbrauchbar. Baustoffe, die dem neuen energetischen Ausbaustand nicht entsprachen, wurden ausgebaut und zur Wiederverwendung weitergegeben.
Marode Fundamente wurden abschnittweise freigelegt und nachgemauert, der Keller um 80cm tiefer gelegt, eine neue Stahltreppe eingebaut und die Ziegel der Kellerwände sandgestrahlt. Morsche Zwischendecken wurden in EG und OG nach dem Freilegen und Ausbau der Kunststoff-Oberböden sichtbar und Zimmerdecken wurden teilweise ausgetauscht gegen Stahl-Steindecken.
Die über 100 Jahre am Ufer der Havel hatten den Balkenköpfen zugesetzt, eine Sanierung wurde empfohlen, damit ein teilweiser Deckenaustausch auch der Holzdecken. Das nicht verzahnte Außenmauerwerk musste mittels neuer Anker stabilisiert werden, sandende Fugen erneuert, Türstürze erneuert oder neue angelegt werden.
Im Stall wurde die fehlende Bodenplatte durch eine neue im Neubaustandard ergänzt. In den beiden alten Gebäudeteilen wurden nachträglich Horizontalsperren gegen aufsteigende Feuchte eingebaut. Erhaltenswerter Innenausbau, wie Treppengeländer, Innentüren, teilweise Dielenböden, Fliesen im Eingang etc., wurde geschützt und wiederaufbereitet.
Durch die Lage in der historischen Inselstadt mit ihrer Gestaltungssatzung konnte eine energetische Sanierung nur mittels einer Innendämmung, hier in Holzweichfaser, ausgeführt werden. Die Haustechnik wurde komplett neu installiert, ein von zwei Seiten nutzbarer Kaminofen wurde eingebaut.
Sechs verschiedene Fensterprofile wurden je nach Fassadenseite eingebaut. Von dänischen Fenstern, die nach außen öffnen zum Innenhof, über Kippfenster in den Gauben, Stahlfenster zum Wasser hin, Aluschiebefenster im Zwischentrakt und Holzfenster mit Histoprofilen zur Straßenseite bis zu Überkopfverglasungen im neu errichteten Verbindungsbau. Sehr viel Wert wurde auf einen hochwertigen Innenausbau und ökologische Baustoffe, wie z. B. ergänzende Dielen aus dem Holz havelländischer Bäume gelegt. Die Fassade zur Straße erhielt echte Stuckergänzungen und eine neue Sandsteintreppenanlage im Eingang.
Wir danken dem Denkmalschutzbeauftragten, der Energieberaterin im Denkmalschutz, dem Feuchteschutzgutachter und dem Fachberater des Holzweichfaserherstellers, die uns immer kurzfristig vor Ort in Detailfragen als Ansprechpartner zur Verfügung standen.