Doppelhaushälfte in der Siedlung “Am Stadtrand”

Planung Beratung Bauleitung

Potsdam Waldstadt I

Denkmalstatus aufgehoben (2024)

seit 2025

Aktuelle Baustelle

Die Potsdamer Eigenheimsiedlung Am Stadtrand, auch als Stadtrandsiedlung bekannt, entstand in den Jahren 1932 bis 1936 als sogenannte Arbeitslosensiedlung. Entworfen wurde sie von dem Architekten Reinhold Mohr (1882–1978). Der aus Süddeutschland stammende Planer realisierte hier das größte geschlossene Ensemble süddeutscher Berg- und Bauernhausarchitektur außerhalb Württembergs und wurde mit diesem Projekt der Klassischen Moderne zugeordnet.

Die Siedlung wurde in der Zeit der Weltwirtschaftskrise mit einem klaren sozialen Konzept entwickelt. Ziel war es, Arbeitsplätze zu schaffen und den zukünftigen Bewohnern durch Hausgärten eine teilweise Selbstversorgung zu ermöglichen. Der Bau der Häuser erfolgte durch arbeitslose Handwerker aus Potsdam, unter denen die fertigen Wohnhäuser anschließend verlost wurden. Da im Vorfeld niemand wusste, welches Haus ihm zugeteilt würde, trug dieses Verfahren zu einer besonders hohen Bauqualität bei. Dieses Prinzip wurde auch bei der späteren Erweiterung der Siedlung angewendet. Das Teilgebiet Am Nuthestrand entstand bis 1939 direkt am Ufer der Nuthe und grenzt an die Nuthewiesen.

Beide Siedlungsteile gehören heute zum südwestlich gelegenen Wohngebiet Waldstadt I und standen lange Zeit unter Denkmalschutz. Nach der politischen Wende wurden zahlreiche Häuser unter strengen denkmalpflegerischen Vorgaben saniert, modernisiert und teilweise durch Neubauten ergänzt. Charakteristisch für das Gebiet sind zudem die vielen Kleingartenanlagen. Im Mai 2024 entzog das brandenburgische Denkmalamt jedoch allen 59 Häusern der Siedlung Am Stadtrand in der Waldstadt den Denkmalstatus, da zu viele bauliche Veränderungen vorgenommen worden waren.